Schulbesuche
Stefan Fehlandt und Stephan Forck. Foto: Vogler Quartett

Schüler lassen sich gerne in neue Welten entführen

Vom Zauber klassischer Musik

Der Zauber klassischer Musik wird jungen Menschen immer weniger nahe gebracht und damit verlieren wir einen wichtigen Aspekt unserer kulturellen Identität. Um dem entgegen zu wirken, besuchen das Vogler Quartett und seine Musikerfreunde seit vielen Jahren im Rahmen der Internationalen Kammermusiktage Homburg Kinder und Jugendliche in ihren Klassenräumen.

Zukünftig geplant sind zudem umfangreiche Projektpatenschaften, die ein besonderes Zusatzangebot der Künstler über einen mit Lehrern abgestimmten Workshop sind. Im Rahmen der Patenschaft sollen beispielsweise Werke von Komponisten besprochen und gespielt oder Improvisationsworkshops angeboten werden. Diese Projektpatenschaften leben durch die aktive Mitgestaltungsmöglichkeit der Schüler.

Damit dies gelingt, streben die Internationalen Kammermusiktage Homburg eine Zusammenarbeit mit Rhapsody in School an. Hierdurch sollen Besuche international hochkarätiger Solisten der klassischen Musikwelt in den Schulen ermöglicht werden, was zu lebendigen, lebensnahen Begegnungen von Kindern und Jugendlichen mit Spitzenmusikern führen soll. Das Erfolgsgeheimnis von Rhapsody in School sind die mitreißenden Erlebnisse für alle Beteiligten: Die Schüler erleben hautnah, wie sich Liebe und Begeisterung für eine Sache auswirken können. Die Lehrer beobachten an ihren Schülern eine oft verborgene Neugierde und Emotionalität. Die Künstler erleben, wie ihre Leidenschaft Funken schlägt. Der Kontakt mit dem jungen Publikum ist unmittelbar und ungefiltert.

Lars Vogt freut sich über den ECHO Klassik 2014

„Wir Künstler und Organisatoren von Rhapsody in School freuen uns riesig über die Auszeichnung mit dem ECHO Klassik! Klassische Musik aus allen Zeiten hat eine Zukunft, sie hat ihren festen Platz im Herzen der Menschen. Diesem Ziel wollen wir auch in Zukunft weiter dienen und die Musik direkt zu Kindern und Jugendlichen in die Schulen bringen. Musik soll emotional und unmittelbar erlebt werden, damit hoffentlich viele junge Menschen Feuer fangen für diese wunderbare Welt. Dank allen ehrenamtlich beteiligten Künstlern und unserem Organisatoren-Team, allen voran Sabine von Imhoff und Alice Heiliger sowie dem Trägerverein Musiker Hautnah!“ Lars Vogt, Pianist und Initiator von Rhapsody in School

Rhapsody und Rhapsoden – was ist das eigentlich?

Rhapsoden, so hießen im alten Griechenland fahrende Musiker, die von Ort zu Ort zogen, um ihre Lieder darzubieten. Heute gibt es sie immer noch, doch jetzt spielen sie Geige, Trompete oder Klarinette. Und nun kann man sich schon denken, was Rhapsody in School heißt. Das sind Musiker, die von Schule zu Schule reisen.

Eine Rhapsody – die deutsche Schreibweise ist übrigens Rhapsodie – war ursprünglich ein von griechischen Wandersängern, den Rhapsoden, vorgetragenes Gedicht oder Teil einer Dichtung. Heute versteht man unter Rhapsodie ein Vokal- oder Instrumentalwerk, das an keine bestimmte Form der Musik gebunden ist. Die musikalischen Themen der Rhapsodie sind regelmäßig lose miteinander verbunden, sie können flüchtige, unzusammenhängende Motive sein, die nicht unbedingt aufeinander aufbauen oder verschränkt sind. Meist kommen die Themen oder Motive aus der Volksmusik. Rhapsodien wurden u.a. von Johannes Brahms, Claude Debussy, Maurice Ravel (Rhapsodie Espagnole), George Gershwin (Rhapsody in Blue), George Enescu (Rumänische Rhapsodien), Antonín Dvořáks (Slawische Rhapsodie), Ralph Vaughan Williams (Norfolk Rhapsody) und Franz Liszt (Ungarische Rhapsodien) veröffentlicht.

Die Lisztschen Rhapsodien basieren auf sogenannten „Zigeunerweisen“, deren Hauptmerkmal die sogenannte „Zigeuner-Moll-Tonleiter“ mit kleiner Terz, übermäßiger Quarte, kleiner Sexte und großer Septime ist. Rachmaninow hat mit der „18. Variation – Rhapsodie auf ein Thema von Papanini“ seinen Stil einer Rhapsodie komponiert. In „Bohemian Rhapsody“ wurde die Form durch die Rockband Queen aufgegriffen.

In diesem Zusammenhang darf ein Hinweis auf das so genannte Musikantenland in unserer Region nicht fehlen, wurden dort doch viele Rhapsodyen komponiert und kommen noch heute in guter, alter Tradition zur Aufführung. Das Musikantenland ist ein Gebiet der nördlichen Westpfalz, nördlich des Landstuhler Bruchs im Bereich der Flüsse Glan und Lauter gelegen. Umliegende Städte sind Kusel, Kaiserslautern, Rockenhausen und Meisenheim, wobei außer Kusel diese Städte nicht mehr zum Musikantenland gezählt werden. Es gehört zu den Landkreisen Kusel und Kaiserslautern. Benannt ist dieser Landstrich nach dem Westpfälzer Wandermusikantentum, das vor allem von 1850 bis zum Ersten Weltkrieg von hier seinen Ausgang nahm.

Der Begriff „Musikantenland“ wird heute in diesem Gebiet vielfach zu touristischen Zwecken verwendet. Unter dem Slogan „Pfälzer Bergland – Kuseler Musikantenland“ präsentiert der Landkreis Kusel seine touristischen Aktivitäten – darunter auch die Musik. Regionale Speisen werden mit dem Vorsatz „Musikantenland“ versehen, es gibt zum Beispiel einen Musikantenlandbraten und Musikantenlandbratwürste.

Info

Folgende Klavierstücke sind Rhapsodien:
1. Ungarische Rhapsodie No. 14 in f-moll (Franz Liszt, 1811 bis 1886)
2. Rhapsodie espagnole (Franz Liszt, 1811 bis 1886)
3. Ungarische Rhapsodie (August Stradal, 1860 bis 1930)
4. Rapsodia espanola (Isaac Albeniz, 1860 bis 1909)
5. Rhapsody in Blue (George Gershwin, 1898 bis 1937)

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