Protestantische Stadtkirche Homburg
Eindrucksvolle Konzertkulisse. Foto: Stadt Homburg

Historische Stätte für große Musik

Protestantische Stadtkirche Homburg,
Kirchenstraße 8,
66424 Homburg,
Deutschland

Anfahrt

"Es mag sein, dass ein Komponist nicht an Gott glaubt, an Bach glauben jedoch alle!" (Mauricio Kagel, argentinisch-deutscher Komponist, 1931-2008)

1699 wurde eine schon bestehende gotische Kapelle zu einer Hallenkirche erweitert, die von Norden nach Süden ausgerichtet war. Am Nordende befand sich ein hölzerner Turm. Nach einem Entwurf des Baumeisters Schäfer wurde dieser 1779 bis 1783 durch den jetzigen barocken Turm ersetzt. Schäfer wirkte auch am Bau des Schlosses Karlsberg unter Johann Christian von Mannlich mit. Das alte Kirchenschiff war nach der Kirchenunion 1818 zu klein geworden und wurde 1874 durch einen neugotischen Bau ersetzt, der sich nun in Ost‐ West‐Richtung erstreckte. Dabei wurde das Barockportal des Turmes durch ein neugotisches ersetzt, um es an das aufwändige Hauptportal – mit Pfeilern, Tympanon und Fialen – anzugleichen.

Ein Fliegerangriff zerstörte am 14. März 1945 den Chor und beschädigte das Kirchenschiff stark. 1949 fand die Wiedereinweihung statt. 1969 renovierte man die Kirche: Ein Fußboden aus Kalksteinplatten, Stühle statt Bänke, ein neuer Altar und ein Ambo – an Stelle der Kanzel – wurden angeschafft.


Die Stadtkirche wir zum Konzertsaal. Foto: Stadt Homburg

Die Buntglasfenster: Max Mertz (1912 bis 1981) gestaltete 1952 zunächst die beiden Buntglasfenster für die Stirnseiten der Seitenschiffe. Links: der segnende Christus umgeben von Verzweifelten und Flüchtenden im Brand und Elend der Stadt. Rechts: Christus tröstet: den Behinderten, die Dirne, den Geizigen, das unschuldige Kind.

1955 folgen dann die drei Chorfenster: Links: Maria mit dem Kind; ein Farbstrahl blau-rot-goldgelb schwingt von oben in die Szene. Rechts: Christi Auferstehung und Himmelfahrt; das tiefe Blau zieht von unten bis ins helle Gelb-grün hinauf. Mitte: Die Taube des Heiligen Geistes in Blauvariationen.

Hermann Theophil Juncker (geboren 1929) stellte 1990 die Schöpfungsgeschichte nach dem 1. Buch Mose auf der Südseite in fünf Fenstern dar. Bis 1995 fertigte er vier Fenster auf der Nordseite. Sie illustrieren die „Ich bin“-Worte nach dem Johannesevangelium (Johannes 8.12, 14.6, 15.5, 10.9).

Die Emporenfenster (1995): schließen die Bilderzyklen mit dem jeweils letzten Buch des Alten und des Neuen Testamentes ab: Die aufgehende Sonne von Maleachi 20.3 wird durch die rote Farbe thematisiert. Mit Blau stellt der Künstler das Allumfassende A und O nach Offenbarung 22.13 dar.

Die Orgel: Schon vor 1719 gab es eine Orgel in der Stadtkirche. Sie wurde 1720 erneuert und 1750 renoviert. 1768 wurde ein neues Instrument eingeweiht, das fast die gleiche Disposition wie die jetzige Orgel hatte und bis 1871 bespielt wurde.

In die neue Kirche baute man ab 1874 ein großes Werk der Firma Walcker in Ludwigsburg ein. 1951 wurde die Orgel umgebaut. Doch Kriegsschäden und Feuchtigkeit machten eine Neuanschaffung nötig. Ab 1972 lieferte die Firma F. Steinmeyer aus Öttingen in Bayern die neue Orgel. Das Werk hat nun drei Manuale, mechanische Traktur und elektronische Registratur mit 33 Registern.

Während der Kriege wurden die Glocken immer wieder eingeschmolzen. Die Gießerei Paccard in Annecy lieferte 1953 die fünf jetzigen Glocken als Geschenk der Stadt Homburg. Sie sind auf „es – ges – as – b – des“ gestimmt und harmonieren mit der katholischen Kirche St. Michael.